Im letzten Beitrag habe ich bereits erwähnt, dass der Abschied von der Flame-Academy 2022/23 für mich kein Abschied von Augsburg und vom Gebetshaus ist. Ich bleibe im Gebetshaus und lasse mich noch fester einbauen. Ab dem 1. September beginne ich meine Kandidatur als Missionarin.
Wenn ich darüber nachdenke, dann staune ich über meinen Weg ins Gebetshaus und ehrlich gesagt ist er für mich das reinste Wunder und Geheimnis. Ich verstehe es einerseits überhaupt nicht, dass ich Gebetshaus-Missionarin werde und andererseits so sehr.
Ich kam schon in Augsburg an mit dem Gedanken, vielleicht würde ich eine von denen sein, die im Gebetshaus bleiben. Grundschullehramt war Zeit meines Studiums mein absoluter Traum gewesen. In den letzten zwei Semestern merkte ich allerdings, wie sich eine Tür schloss und sich eine neue auftat. Durch die Mitarbeit in meiner Gemeinde und die Teilnahme an der Daniel Academy stellte ich immer mehr fest, dass es eigentlich nicht meine Sehnsucht ist, Bildung zu vermitteln, sondern Jesus in die Herzen zurückzubringen – auch in meins. Ich wollte und will so gerne all meine Zeit, all meine Kraft, all meine Liebe dazu verwenden, vor Gott zu sitzen, ihn kennenzulernen und Menschen mit in die Beziehung zu ihm zu nehmen. Deshalb begann ich mit dem Gedanken zu spielen, ob ich nicht doch im vollzeitlichen Dienst richtig wäre.
Diese Frage beantwortete Gott schon innerhalb der ersten Monate, als er mitten aus dem Nichts begann, mir die Vision für mein Leben zu zeigen. Ich war total berührt und ergriffen. Es war für mich tiefe Erlösung, meinen Platz zu kennen. Es war dieses Gefühl von „Das endlich…“ das Adam empfunden haben muss, als er Eva gesehen hat. Es war dieser Moment, in dem ich zutiefst verstanden habe, wer ich bin, warum ich bin, wie ich bin. Es war dieser Moment in dem ich befreit wurde von all den Dingen, die man auch noch tun könnte. Meine Berufung zu kennen half mir, meine Prioritäten zu setzen, Dinge, die nicht zum Ziel führten zu streichen und mit aller Kraft auf das Ziel zuzulaufen. Ich weine, während ich das schreibe, weil ich nicht begreife, wie Gott so gut sein kann…
Mein Ruf ins Gebetshaus kam erst später. Lange war ich mir nicht sicher. Ich habe nur einen tiefen Frieden bei der Vorstellung verspürt, Missionarin im Gebetshaus zu werden. Ich wusste auch, dass es mir zutiefst entspricht, dass es sehr zu mir passt, 4 Stunden täglich zu beten. Ich habe gespürt, dass ich eine große Liebe zu Fürbitte habe und dass ich es liebe, einfach zu Gottes Füßen zu sitzen und ihm zuzuhören – wie Maria von Betanien. Ich wusste auch, dass ich einmal Kinder darin begleiten möchte, Gebet zu lernen, zu beten und eine lebendige Beziehung zu Gott zu leben. Gebetshausmissionarin zu werden, schien mir der beste Schritt zu sein, um dafür ausgerüstet zu werden. Nach einer längeren Zeit, in der ich nur mit Gott darüber gesprochen habe, habe ich im Vertrauen angefangen, zu erzählen, dass ich den Eindruck habe, Gebetshausmissionarin könnte mein Ruf für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte sein. Mit diesem Schritt purzelten dann auch die Bestätigungen von außen ins Haus und schließlich habe ich mich beworben und wurde angenommen…! 🙂
Ich möchte als Gebetshausmissionarin im Gebetsraum jemand sein, der sich von Gott finden lässt. Ich wünsche mir, dass Gott, wenn er nach Fürbittern Ausschau hält, in mir diesen findet. Ich möchte jemand sein, der Gott zuhört, wenn er sich mitteilen möchte. Ich möchte und werde das zu einer Zeit tun, in der nicht viele Menschen in Europa wach sind: In der Nachtschicht, d.h. entweder von 0-4 Uhr oder von 2-6 Uhr (das steht noch nicht fest).
Was mein praktischer Dienstbereich im Haus sein wird, weiß ich noch nicht. Am liebsten würde ich im Café mitarbeiten, weil ich mir wünsche, jemand sein zu können, der Gästen und Kollegen die Pause versüßt, der eine willkommenheißende Atmosphäre schafft, der da ist, um sich auszutauschen. Vor allem, da ich in der Nachtschicht sein werde, wünsche ich mir für tagsüber das pralle Leben um mich herum und würde total gerne die Schätze des Gebetes in der Nacht mit anderen teilen und von ihren Erlebnissen in den anderen Schichten und von dem, was sie mitbringen, hören.
Sollte auf Dauer im Gebetshaus auch ein Kinderdienst entstehen, bin ich von meiner Seite aus definitiv dort zu finden.
Ich freue mich riesig auf die Zeit, die jetzt kommt, bin schon ganz gespannt auf meinen ersten Arbeitstag und auch ein bisschen aufgeregt. Vor allem freue ich mich, zu sehen, was Gott alles für mich vorbereitet hat, wo er mich beschenken wird und wo ich schenken und dienen darf.
