Die Anfangszeit

Wenn ich auf die erste Hälfte der Flame zurückschaue, bin ich einfach nur unendlich DANKBAR. Mein Leben ist in diesen fünf Monaten um so Vieles reicher, schöner, erfüllter geworden. Und ich habe viel gelernt.

Am Anfang hätte ich das noch nicht gedacht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendwann mal mit einem Augenzwinkern sagen würde: „Der Anfang war heftig, aber das war gut und ein bisschen bin ich auch selbst schuld.“ (Das erkläre ich später.)

Mein Start in der Flame war sehr schwer. Ich kam aus einer stressigen Zeit im Studium und aus einer Zeit der Wohnungssuche, die viel Vertrauen und Ausharren forderte. Wir (eine Freundin aus der Flame und ich) hatten erst kurz vor Beginn der Flame eine Wohnung sicher und als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass sie all das nicht war, wovon wir geträumt hatten. Außerdem lag sie weit vom Gebetshaus weg und die Fahrtwege fraßen viel von der eh schon knapp bemessenen Zeit. Uns war ziemlich schnell klar, dass wir dort nicht bleiben würden, also waren wir wieder auf Wohnungssuche…

Was äußerlich schon nicht so cool klingt, war innerlich ein richtiger Kampf. Ich habe einfach nicht verstanden, wie Gott zulassen konnte, dass wir in so einem „Loch“ landen, wo er uns doch eine ganz andere Vision geschenkt hatte und seine Verheißungen etwas anderes hatten erahnen lassen. In meinem Kopf war das reinste Chaos. Ich wusste einfach nicht mehr, ob ich mich zufrieden geben muss – immerhin hatten wir ja ein Dach über dem Kopf – oder ob ich von meinem Vater den Fisch und das Brot statt des Steins und der Schlange (vgl. Mt 7, 9-10) erwarten durfte. Ich hatte Gott vertraut, dass er uns als guter Vater gut versorgen würde. In diesem Vertrauen fühlte ich mich unendlich enttäuscht und ich war einfach nur sauer.

Gott hatte damit weniger Probleme als ich. Ihn hat meine Kriegserklärung nicht aus der Ruhe gebracht. Stattdessen hat er mir in dieser absoluten Ausnahmesituation meines Glaubens bewiesen, dass er wirklich gut ist:

  • Er hat die tiefsten Regungen und Wünsche meines Herzens gesehen und beantwortet, war unendlich liebevoll und ist als wahrer Retter aufgetreten, als ich ihm nur wütende Worte entgegen geschleudert habe. Damit hat er wirklich mein Herz erobert.
  • Er hat mir gezeigt, dass er da ist, wenn nichts anderes mehr hält, nichts mehr sicher ist und alle Glaubenssätze meines Lebens nicht mehr greifen. In meinem ganzen Kopf-Chaos und meiner körperlichen Schwäche war er da. Ich habe erlebt, dass ich nicht tiefer fallen kann als in seine Hände, dass er unter allem JAHWE ist. Diese Erfahrung wurde zum Fundament, auf dem ich jetzt (neue und alte) Wahrheiten übereinander schichten darf und mein Leben neu aufbauen darf.
  • Er hat mir bewiesen, dass er treu zu seinen Verheißungen steht, dass er am Werk ist, auch wenn ich es nicht sehe, dass er alles unter Kontrolle hat, auch, wenn es für mich nicht so aussieht und dass ich Großes von ihm erwarten darf. Kurz:
    Er hat uns eine richtig gute Wohnung geschenkt und mir gezeigt, dass er genau diese für uns vorbereitet hatte.

Warum glaube ich, dass ich selbst schuld bin?
Ich habe die Flame mit der Hoffung und dem Gebet begonnen, mein Leben auf ein neues Fundament stellen zu können. Was ich mir nicht überlegt hatte: Wie soll man ein neues Fundament bauen, ohne vorher alles andere runterzureißen? Dass erstmal mein ganzes Lebenshaus zusammenfallen musste, war also unausweichlich. Gott hat mein Gebet erhört! Daher bin ich ihm mittlerweile sehr dankbar für diesen gelinde gesagt unschönen Anfang. Er weiß, was er tut.

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